Was wäre, wenn…..
· Zuversicht anstatt Resignation die vorherrschende Grundhaltung wäre?
· alle zufrieden und ohne Neid leben würden?
· jeder ein erfülltes und kreatives Leben führen würde?
· Wertschätzung, Respekt, Toleranz nicht nur irgendwelche Buzzwords wären?
· ach ja: ökologisches Handeln irgendwie auch selbstverständlich wäre?
Diesen und ähnlichen Gedanken hing ich in einer – ja: sagen wir mal - kleinen Sinnkrise vor 5 Jahren nach.
Was war passiert?
Komplett ausgebremst – wie so viele – saß ich als Solo-Unternehmerin während des ersten Corona-Lockdowns in meinem HomeOffice fest und wurde von Tag zu Tag mürrischer.
Eigentlich gings mir ja noch richtig gut: Meine Auftragsbücher waren immer noch voll, ich arbeitete an spannenden Projekten mit prima Kollegen. Gesund war ich auch und meinen Freundeskreis konnte ich zumindest noch via Zoom treffen.
Immerhin.
Trotzdem: irgendwas fehlte.
Also: neben sozialen Kontakten, Sitzen in Lieblingscafés und Treffen mit Freunden natürlich.
Es fehlte noch etwas anderes: eine zutiefst erfüllende und sinnstiftende Tätigkeit.
· Ist das jetzt wirklich schon alles gewesen?
· Was kann ich beruflich noch machen in meinem Leben?
· Lohnt sich ein Umsatteln überhaupt noch?
Klar: Gedanken darüber sind mir schon öfter gekommen, aber die Zeit samt Aufträgen und dem Leben im Allgemeinen rauschte einfach durch, so dass diese Gedankensprenkel nie richtig zu Ende gedacht wurden. Während des Lockdowns war von dieser Zeit reichlich vorhanden.
Also was tun? Ich fing an zu recherchieren, mich mit Freunden auszutauschen und habe festgestellt, dass es außerhalb meiner Marketing- und Projektmanagement-Welt natürlich noch reichlich andere Dinge gibt.
Gestrandet bin ich schließlich bei der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ), einem ethischen Wirtschaftsmodell, dessen Konzept mich von Anfang an nicht nur überzeugt, sondern auch begeistert hat.
Ein gutes Leben für Alle.
So lautet – mal salopp zusammengefasst – die Vision der GWÖ. Klingt naiv? Dachte ich zuerst auch.
Aber dann dachte ich mir: So What?
Ich bin schließlich in bester Gesellschaft. Bereits über 1.000 Unternehmen demonstrieren, dass gemeinwohlorientiertes Wirtschaften nicht nur möglich, sondern auch ein Garant für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit in der Zukunft ist.
Beflügelt von dieser Tatsache investierte ich in eine Fortbildung zur Gemeinwohl-Beraterin und hatte seither das Vergnügen, etliche Unternehmen im Raum München bei dem spannenden Prozess der Gemeinwohlbilanzierung (das ist die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes, der diesen Namen auch wirklich verdient) zu begleiten. Und zwar in Form von Workshops mit mehreren Unternehmen zusammen.
Ich kanns nicht anders ausdrücken: Das ist einfach eine mega coole Sache.
Warum?
· Weil ich mit inspirierenden Unternehmerinnen und Unternehmern zu tun habe, die etwas verändern wollen.
· Weil ich seit Jahren beobachte, wie sich Unternehmen gegenseitig bereichern.
· Weil die Zusammenarbeit mit allen Teilnehmenden in den Workshops unglaublich viel Spaß macht.
· Weil wirklich nichts über diese unglaubliche Gruppendynamik geht.
· Weil es einfach schön ist zu sehen, dass nicht nur geredet wird, sondern auch gehandelt.
Und wie sieht mein Leben jetzt aus?
· Ich habe etliche soziale Kontakte, sitze in meinen Lieblingscafés und treffe mich mit meinen Freunden.
· Nach wie vor arbeite ich an Marketing-Projekten. So ganz ohne Glitzer & Glamour geht’s für mich auch nicht.
· Ich habe mir ein weiteres Standbein aufgebaut, das mich zutiefst erfüllt.
Fazit: Es lohnt sich immer, Augen und Ohren offen zu halten, Neues auszuprobieren (auch wenn man erst mal nicht weiß, was dabei rumkommt) und einfach neugierig zu bleiben. Ein bisserl was geht schließlich immer.